Meine erste Praktica liegt noch bei mir im Schrank, dicht daneben die vergleichsweise exklusive Exakta Varex. Fotos in der Art, wie ich sie heute gern mache: ordentlich gebaut, reich an grafischen Strukturen und Tonwerten, hielt ich in den Praktica-Zeiten für "Fingerübungen". Eine altersspezifische Arroganz. Die einzige akzeptierte Fotografie jener Anfangszeit war Menschenfotografie, geprägt von Haltungen, die in den Katalogen der "Family of Men" zu erleben waren.
Meine erste und einzige systematische Beschäftigung mit der Fotografie verschaffte mir ein mehrjähriges Fotografik-Nebenstudium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Berufsziel nach dem Studium: Illustriertenfotograf.
Mein zukünftiger Chefredakteur bot mir einen Kuhhandel an: ein Jahr Redakteur, ein Jahr Bildreporter, danach Entscheidung. Leider musste kurz nach Ende des ersten Jahres ein Stuhl dringend neu besetzt werden. In aller Freiheit gehorchte ich der Einsicht in die Notwendigkeit. Zusätzlich erleichtert durch die Zusicherung: natürlich lassen wir Dich auch fotografieren.
So geschah es dann auch an allen Arbeitsstellen in Illustrierten der DDR. Jetzt habe ich angefangen, Negative von Reisen als schreibender Bildreporter oder fotografierender Schreiber und aus frühen Fotozeiten zu scannen - aus Neugierde auf das, was ich vor den Naturfotos so alles gemacht habe.
Die ersten Fotos, die ich hier zeige, stammen aus dem Lande DDR und sind gleichzeitig meine letzten Reporterfotos, entstanden in der Wendezeit zwischen Oktober 1989 und März 1990.
( zum journalisten: siehe www.blutke-naturfotos.de )